Ihr habt die Nachrichten seit Tagen selbst gelesen… mittlerweile hat die Unterwasserzapfanlage drei Lecks und lässt 800.000 Liter Erdöl pro Tag in den Golf von Mexiko sprudeln. Die Grütze erreichte in der Nacht zum 30.04. die Küste von Louisiana, wurde von Obama zur nationalen Katastrophe ausgerufen und verseucht das Mississippi-Delta.
Es gibt bisher keine vergleichbare Ölkatastrophe. Die nächste in dem Ranking war am 19.07.79 als die Atlantic Empress in einem Regensturm vor Tobago mit einem anderen Frachter kollidierten und 332.000 Liter Rohöl ausliefen (1t Rohöl = ca. 1160l). Vor der Südküste der USA sind es derzeit 800.000 Liter pro Tag. Die Hasstiraden auf die Ölkonzerne (BP in diesem Fall) haben begonnen: die Fischer haben geklagt, die Medien berichten mehr oder weniger neutral, die Umweltorganisationen flippen aus und die Verbraucher haben kein Verständnis.
Alle Verständnislosigkeit kann aber nicht ohne schlechtes Gewissen daherkommen, da nicht neu ist, dass nun mal die Verbraucher die Nachfrage bestimmen.
Also – nur zur Erinnerung – wo wir täglich die viele Grütze verbrauchen, um unser Leben zu erleichtern… Von einem Barrel Erdöl gehen gut 3/4 für Treib- und Heizstoffe drauf (Gas – 45%, Flugzeuge – 10%, Straßenverkehr – 25%). Zwei weitere größere Verbraucher sind der Schweröle (4%), Straßenbau (3%) und Schmiermittel (1%). Weitere gut 10% teilen sich auf Alltagsprodukte auf: Kunststoff, Kunstfasern (Kleidung), Waschmittel, Dämmung, Kosmetik…..
Warum steigen die Hersteller nicht auf Alternativen um? Gute Frage. Gegenfrage. Warum steigen die Verbraucher nicht auf Alternativen um?
Also wer ist schuld? Ich. Nicht nur, aber auch.
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