Schon lange wird sich permanent in den Medien über die Datenkrake Google beschwert. Seit einem Jahr schimpft insbesondere Medien-Mogul Rupert Murdoch auf den News Dienst von Google. Murdoch leitet News Corp. wozu neben MySpace und Jamba! viele etablierte Zeitungen von regional bis international gehören (Sun, Times, Herald).
Spiegel Online berichtet regelmäßig über Murdochs Drohungen und Sticheleien gegen Google. Sein Problem ist, das News Crops Umsätze bröckeln und er die Schuld an der falschen Stelle sucht. Wie auch immer, ich drifte ab, anderes Thema. :)
In den SPON Foren zu den Google Arikeln beschwert sich der Großteil der Leser ebenfalls über die Datenkrake: “Arbeit von Dritten missbrauchen”, “Pest und Cholera”, “Nutzt die User nur als Datenlieferanten aus”, “Geldgetrieben”… Die Beschwerden sind aus verschiedenen Gründen völlig unangebracht.
1. Zum Nutzen der User: Googles Produkte erleichtern mein tägliches leben und arbeiten so massiv, das ich es überhaupt nicht in € oder Stunden ausdrücken kann. Ich profitiere rund um die Uhr davon, das Google so viel über mich weiß. Ausserdem ist es ein riesen Vorteil die ganzen Produkte vom selben Anbieter zu bekommen, weil sich alles nahtlos integriert. Nebenbei hat Google offene Schnittstellen zu allen Diensten die ich im Internet sonst so nutze (Flickr, Facebook, you name it), was einem selbstgefälligem Monopolisten nicht sehr nahe kommt (siehe Apple). Ich nutze es umsonst. nuff said.
2. Missbrauch betreiben andere: Google ist die erste große Institution die versteht, wie man mit personenbezogenen Daten umzugehen hat. Es gibt kaum eine Regierung oder großes Industrie- / Dienstleistungsunternehmen ohne Datenskandal. Ob das bewusster Missbrauch von Kundendaten (Paycheck) oder internen Daten gegen eigene Mitarbeiter (Bahn, Lidl, you name it) ist oder eine der vielen “Datenpannen” (Kreditinstitute, …) ist die mit unseren Daten fast täglich passieren. Die Beispiele sind unendlich: Mobilfunkanbieter, Regierungen, Kaufhäuser, Internetanbieter, Soziale Netzwerke, Microsoft, AWD, Krankenkassen, …….. Die pure Inkompetenz wenn es um sensible Daten angeht. Nur ein Unternehmen wird sich in die Liste nie einreihen.
3. Von einander Abhängig: Googles Nutzer sind sich wesentlich bewusster, was sie dort preisgeben, als Konsumenten von anderen Firmen, nicht zuletzt, weil Google diesbezüglich permanent in der Kritik steht. Für einen Missbrauch würden sie Google hart bestrafen und der Konzern wäre schneller broke als Enron oder Lehman & Brothers. Das System beruht auf und funktioniert nur durch gegenseitiges Vertrauen.
Ein Grundrauschen an Kritik ist aber weiterhin absolut legitim, notwendig und förderlich, um Google der vernünftige Nutzung unserer Daten zu ermahnen und daran zu erinnern, dass wir sehr wohl darauf achtgeben.
Ich weiss meine personenbezogenen Daten jedenfalls lieber bei Google als irgendwo anders – sogar lieber, als auf meinem eigenen PC. Sobald Google das Hosting Angebot nicht mehr auf Bilder für Picasa beschränkt, lade ich alles in die Cloud.