Unsere Erde


20
Aug 10

Nachtrag zur Empathie

Als Nachtrag zum Beitrag vom Loveparade-Unglück und der relativ falsch verteilten Empathie ein kurzer Artikel der taz zum Hochwasser in Pakistan: Die Rangfolge der Empathie

Empathie sollte wertfrei sein und nicht von Staatsgrenzen beeinflusst. Mensch ist Mensch.


19
Jun 10

Gerüchte von der Front

Man munkelt, mit der gescheiterten Top-Kill Aktion, bei der mit hohem Druck über zwei Tage lang bis zu 13.000 Liter Schlamm pro Minute in das Bohrloch geschossen wurden, ist das Steigrohr beschädigt worden. Wie tief die Stelle liegt, ist nicht genau bekannt. Falls das Zutrifft, tritt das Öl unterirdisch in den umliegenden Meeresboden.

Dabei muss man sich die Dimensionen des Problems klar machen: 1500 Meter unter der Wasseroberfläche beginnt das Rohr, mindestens weitere 300m tiefer ist es – wie sich andeutet – beschädigt. Dort tritt das Öl mit ungeheurem Druck aus und verteilt sich kilometerweit im felsigen und schlammigen Meeresboden, aus dem es sich dann unzählige Wege suchen wird, um in den Golf zu gelangen. Niemand wird das je unter Kontrolle bekommen.

Es sind angeblich noch 95%-97% des Öls in der Quelle – wobei ich nicht weiß, ob die 100% ursprünglich oder seit dem Unfall gerechnet werden. Aber in absoluten Zahlen: geschätzte 7.000.000.000 Liter.

Die Top-Kill Aktion wurde nicht ohne Gründe erfolglos abgebrochen, einer davon können die verursachten Schäden am Steigrohr sein. Und BP hat auch nicht grundlos angekündigt, das vor August nichts unter Kontrolle ist.

Müssten sie das Gerücht bestätigen, würden sie es nur langsam in vollem Umfang ans Tageslicht kommen lassen. Niemand hätte den Mut es direkt auszusprechen und offen zu kommunizieren. Erst recht nicht in der Ölindustrie, die grundsätzlich gegen jede Nachhaltigkeit und informierte Konsumenten ist. Bei diesen Krisenmanagern kann es nicht nur eine Befürchtung sein, dass uns das Schlimmste bisher vorenthalten wurde – so funktioniert deren Kommunikationskultur. Geheimhaltung ist ihnen aber auch nicht möglich – die Öffentlichkeit wird seit Wochen sukzessiv mit dem gesamten Ausmaß konfrontiert. In dieser Manier wird es auch noch weitergehen, wahrscheinlich über Jahre.

Wie gesagt, es wird bisher nur gemunkelt. Weshalb auch noch nichts in den Mainstream Medien zu lesen ist. So wie es aussieht, kann das aber nur eine Frage der Zeit sein.

Auf der deutschen Wikipedia Seite gibt es bereits einen Abschnitt dazu.

Auf diesem Blog sind die andeutenden Statements und Interviews zusammengefasst.

Update: Die Methode, die jetzt genommen wird heißt Bottom-Kill, wobei neben der eigentlichen (fast 6000m tiefen) Bohrung weitere Bohrungen auf gut 5000m durchgeführt werden, über die dann das Steigrohr seitlich angebohrt wird, um hier direkt den versiegelnden Schlamm reinzudrücken. Dadurch wären theoretisch auch höher liegende Beschädigungen außer Kraft gesetzt. Fraglich ist, wie lange es dauert, dass 18cm breite Rohr in 4500m Tiefe zu treffen und wie viel Öl bis dahin im Meeresboden steckt. Wenn es fehlschlägt, bringt die Methode möglicherweise ein zweites Leck. So wie es aussieht, sind aber alle anderen Lösungsvorschläge (Absaugen, Top-Hat, Top-Kill)  bereits gescheitert.


30
Apr 10

Grütze im Golf von Mexiko

Ihr habt die Nachrichten seit Tagen selbst gelesen… mittlerweile hat die Unterwasserzapfanlage drei Lecks und lässt 800.000 Liter Erdöl pro Tag in den Golf von Mexiko sprudeln. Die Grütze erreichte in der Nacht zum 30.04. die Küste von Louisiana, wurde von Obama zur nationalen Katastrophe ausgerufen und verseucht das Mississippi-Delta.

Es gibt bisher keine vergleichbare Ölkatastrophe. Die nächste in dem Ranking war am 19.07.79 als die Atlantic Empress in einem Regensturm vor Tobago mit einem anderen Frachter kollidierten und 332.000 Liter Rohöl ausliefen (1t Rohöl = ca. 1160l). Vor der Südküste der USA sind es derzeit 800.000 Liter pro Tag. Die Hasstiraden auf die Ölkonzerne (BP in diesem Fall) haben begonnen: die Fischer haben geklagt, die Medien berichten mehr oder weniger neutral, die Umweltorganisationen flippen aus und die Verbraucher haben kein Verständnis.

Alle Verständnislosigkeit kann aber nicht ohne schlechtes Gewissen daherkommen, da nicht neu ist, dass nun mal die Verbraucher die Nachfrage bestimmen.

Also – nur zur Erinnerung – wo wir täglich die viele Grütze verbrauchen, um unser Leben zu erleichtern… Von einem Barrel Erdöl gehen gut 3/4 für Treib- und Heizstoffe drauf (Gas – 45%, Flugzeuge – 10%, Straßenverkehr – 25%). Zwei weitere größere Verbraucher sind der Schweröle (4%), Straßenbau (3%) und Schmiermittel (1%). Weitere gut 10% teilen sich auf Alltagsprodukte auf: Kunststoff, Kunstfasern (Kleidung), Waschmittel, Dämmung, Kosmetik…..

Warum steigen die Hersteller nicht auf Alternativen um? Gute Frage. Gegenfrage. Warum steigen die Verbraucher nicht auf Alternativen um?

Also wer ist schuld? Ich. Nicht nur, aber auch.

erdoelverbrauch


3
Dez 09

Ökostrom

Ich habe gestern Abend per Onlinebestellung auf Ökostrom gewechselt. Das Angebot ist zwar von Vattenfall aber wurde durch OK-Power, den TÜV und Warentest zertifiziert, sollte also alles sauber sein.

Vattenfall kündigt meinen alten Vertrag und die Umstellung an sich wird auch virtuell abgewickelt, zuhause ändert sich also nichts.

Das Angebot ist deutschlandweit verfügbar. Wer nach anderen Anbietern in seinem PLZ Gebiet suchen möchte, dem kann ich den Tarifrechner auf OK-Power (von WWF, der Verbraucherzentrale und dem Öko-Institut) empfehlen.

Wegen der Kündigungsfrist wird es aber noch bis Februar dauern, bis die Umstellung durch ist. Go for it.


22
Nov 09

Hanf Jeans

Toll. In good old germania wird Hanf angebaut. Bei Paderborn. Unglaublich viel. Aber anscheinend mit wenig THC oder so. Jedenfalls nicht zum rauchen geeignet, dafür aber zum Klamotten herstellen aus den Hanffasern. Jeans zum Beispiel.

Die Hanf Jeans sind sogar beständiger als Baumwolljeans und der Tragekomfort von dem Hanf ist auch cooler, weil Schweiss besser aufgenommen wird. Außerdem braucht Hanf quasi null Pestizide und weniger Wasser als Baumwolle. Also auf allen Ebenen überlegen. Trotzdem gibt leider kaum Hanfhosen bzw. Nachfrage von uns.

Alternativ ist Bio-Baumwolle auch nicht schlecht. Für coole Klamotten siehe z.b. Kuyichi oder viele andere Labels.

Das ganze habe ich eben in der Quarks & Co Ausgabe vom 17.11. gesehen.

Es ging noch u.a. noch um Thunfisch ebenfalls nicht so geil aus ökologischer Sicht ist. Für 1kg Thunfisch werden 20kg andere genießbare Fische verfüttert. Ausrottung, Antibotika, usw… alles nich so toll.

Besser ist Claresse. Der neue Zucht- bzw. “Designfisch” braucht angeblich nur 700g vegetarisches Futter für 1kg Fleisch (er lebt 3 Monate). Die Agrargenies aus Holland haben sich das mal wieder ausgedacht. Infos hier oder in der Quarks & Co Ausgabe.


13
Nov 09

Wette. Won. Ship it.

Ich hatte ein schlechtes Gewissen auf dem Bali-Hinflug und Helge wegen unserem Reise-Verhalten vollgejammert . Von wegen Flugzeug, zwei mal um die halbe Welt und Emissionen und so Zeug. Zufällig kam gerade eine von den geklonten asiatischen Stewardessen – wir haben schon angefangen ein unschaffbares Karten-Quartett von ihnen zu machen – mit dem Flugzeugfraß vorbei. Ich hab kein Fleisch gegessen, wegen meinem schlechten Gewissen und weil Fleisch ja so ne scheiss Ökobilanz hat…

Nach ein bisschen hin und her sind wir auf die tolle Idee gekommen (wer von uns auch immer), das ich den ganzen Urlaub kein Fleisch esse. Als Ausgleich.

mmkay.

Die Wette erschien mir dann schon recht herausfordernd, als wir im Fliegen saßen. Bali ist immerhin ein kulinarisches Paradies: Chicken, Snapper, Prawns, Lamb… Alles was das Herz begehrt. Und wir waren mindestens einmal pro Tag im Restaurant… die unglaublich billig sind.

Lara, die schon ewig keine der ausgebeuteten Tiere isst, war zum Glück noch da,  und hat mich supported. Danke Lari. Aber der Rest der Crew hat sich quer durch die Fleischkarte gemampft. Als Helge mir seine geile Kokos-Zitronengras Suppe überlassen hat, musste ich mich um das ganze Fleisch drumrum wühlen und die ganzen zerschnippelten Dosenwürstchen bei der spitzen Bruchbuden-Köchin, die n bisschen schwer von Begriff war, wieder rausangeln… Im Endeffekt war es nicht so wild, weil Bali auch ein kulinarisches Paradies für Vegetarier ist. Ausserdem bin ich vom Dünschiss verschon geblieben. *zwinker*

Ship it.

Veggieburger
Warung-Theke