16
Jan 10

Kognitive Verzerrung

Es ist bekannt, das ich ein Google Fan bin. Mein Google Handy, das ich vorgestern beim Snowboarden verloren habe, wurde am Abend sofort wieder neu geordert. Und ich lese neben den Google Blogs auch viele News zu dem Unternehmen, ob positiv oder negativ. Bei den positiven News kann ich nur meine Unterstützung aussprechen und sehe meine Meinung bestätigt, bei den negativen Nachrichten kann ich zwar die Argumente und Besorgnisse nachvollziehen, habe aber meine eigene Sichtweise der Dinge, ausreichend Gegenargumente und Gleichgesinnte.

Das Verhalten fällt unter kognitive Verzerrung und genauer Bestätigungsfehler bzw. Confirmation Bias und besagt, dass, wenn jemand erstmal eine bestimmte Meinung hat, er versucht diese immer wieder bestätigt zu sehen. Selbstbetrug quasi. Argumente für die eigene Meinung werden bestätigend angenommen (mit innerlichem Schulterklopfen) und nicht hinterfragt – Argumente gegen die eigene Meinung werden aufs kleinste geprüft, ignoriert oder herabgesetzt. Googlet die Person zu dem kontroversen Thema ist Aufgrund der Suchwörter quasi vorprogrammiert das nur Pro-Seiten gefunden werden.

Die Konsequenzen sind sehr einseitige und eingeschränkte Informationsquellen zum Beispiel bei Online Nachrichten Seiten, die man sich selbst auswählt. Es werden genau die Seiten besucht, die sowieso schon zu den persönlichen Meinungen und Weltbildern passen. Es werden entsprechende Bücher gelesen, in entsprechenden Personenkreisen diskutiert, Fernsehsendungen gesehen, Events besucht… Konfrontation wird vermieden. Ist ja auch bequemer.

  • Wie will man den Klimawandel mit einem Buch stoppen, das nur von bereits alarmierte Personen gelesen und von den wirklich Verantwortlichen ignoriert wird?
  • Wie sagt man Diabetes Risikogruppen worauf sie achten sollen, wenn es eh nur Leute hören wollen die bereits eine Affinität für bewusste Ernährung haben?
  • Wie kann man behaupten, dass Fleischverzicht ungesund ist, ohne es probiert zu haben oder wenigstens verschiedene fundierte Quellen bemüht zu haben?

Das ist nicht die Regel aber das überwiegende Verhalten und die Natur des Menschen. Dazu kommen viele Facetten des Confirmation Bias: Die zuerst gelernte Meinung dominiert, an Pro-Argumente erinnert man sich leichter, Gegenargumente verstärken nur die eigene Meinung usw., usf. . Das hat nicht nur Konsequenzen für die eigene Meinung sondern ist insbesondere ein Problem in öffentlichen Ämtern, Politik, Gesetzgebung oder Wissenschaft.

Was für mich damit einhergeht ist Intoleranz, Engstirnigkeit, Ignoranz, Verblendung gegenüber neuen Einflüssen. Außerdem auf Informationsarmut basierte Angst die von Regierungen, Unternehmen und Organisationen ausgenutzt wird (Krieg, Krankheiten, Versicherungen, Klimawandel, …).

Das Problem liegt in der Psychologie des Menschen. Das trifft auch auf dich zu – man hält seine eigene Meinung gerne für unantastbar rational: Mediziner haben dazu die Frage “Lassen sich Ärzte von Geschenken aus der Pharmabranche beeinflussen?” bejaht und die Frage “Lassen Sie sich davon beeinflussen?” verneint (der Bias-Blind-Spot). Notwendig ist eine Reflexion der eigenen Meinung und Offenheit gegenüber neuen Thesen oder Entwicklungen. Eine ehemals richtige Meinung kann heute falsch sein (Status-Quo-Bias).

Deshalb habe ich meine Standardsuchmaschine mittlerweile von Google auf Ixquick umgestellt (speichert keine Nutzerdaten) und deshalb habe ich gestern den Dokufilm “Die Obama Täuschung” von Alex Jones (deutsch oder englisch) gesehen. Damit habe ich mein Lieblings-Unternehmen und mein Lieblings-Hoffnungsträger hinterfragt und ganz neue Ansichten gewonnen, die ich nur jedem wünschen kann.

  • Tut Google nur Gutes?
  • Ist Obama eine Mariounette?
  • Gibt es gesünderen Tee als Jasmintee?
  • Lebt Michael Jackson?
  • Ist Fleisch notwendig für die Gesundheit?
  • Was passiert 2012?
  • Sind die Wighnomy Brothers schlechter geworden und haben deshalb aufgehört?
  • Was noch?

Außerdem kann ich für zwei andere Videos werben, die ich gestern und heute gesehen habe:


12
Jan 10

Google Docs als Dateizentrale

Es ist endlich soweit. Google baut Docs (Text & Tabellen) als Filestorage Service aus. In den nächsten Wochen wird es möglich sein, Dateien jeglicher Art dort abzulegen und auch freizugeben, wenn gewünscht. Wem 1GB Speicherplatz nicht ausreicht kann zukünftig Speicherplatz mieten (wie bei Picasa oder Gmail). Der angegebene Preis mit 3€ pro GB pro Jahr scheint mir doch recht hoch. Bei Picasa / Gmail war das bisher 0.25$, wenn mich nicht alles täuscht. Da wird sicher noch mal nachgebessert.

Aber ich letztes Jahr schon in Aussicht gestellt habe, nährt sich Google so Anbieter fürs File Hosting zu werden, was wiederum super zum Chromium und dem Web-OS passt. Das wird ein riesen Spass, wenn ich endlich meine Platten abschalten kann. Was mich der Speicherplatz bei Google kostet, spare ich dann an Strom.

Naja soweit nichts wildes, ich wollte auch nur mal wieder das Blog beleben, was alles andere als Tod sein soll. Habe viele Interessante Themen auf meiner Liste nur momentan nehme ich mir die Zeit einfach nicht.

Stay tuned.


08
Dez 09

Schnee heilt alle Wunden


schnee


03
Dez 09

Ökostrom

Ich habe gestern Abend per Onlinebestellung auf Ökostrom gewechselt. Das Angebot ist zwar von Vattenfall aber wurde durch OK-Power, den TÜV und Warentest zertifiziert, sollte also alles sauber sein.

Vattenfall kündigt meinen alten Vertrag und die Umstellung an sich wird auch virtuell abgewickelt, zuhause ändert sich also nichts.

Das Angebot ist deutschlandweit verfügbar. Wer nach anderen Anbietern in seinem PLZ Gebiet suchen möchte, dem kann ich den Tarifrechner auf OK-Power (von WWF, der Verbraucherzentrale und dem Öko-Institut) empfehlen.

Wegen der Kündigungsfrist wird es aber noch bis Februar dauern, bis die Umstellung durch ist. Go for it.


28
Nov 09

Rammstein für 200€

Ja, Rammstein is on Tour und ich habe sie vor drei Tagen in München verpasst. Das neue Album LIFAD gefällt mir durchaus, nach mehrmaligem hören und die Show ist wie immer heiss. Tickets für Stuttgart und diverse andere Standorte kosten mittlerweile aber gut und gerne 200€. Damn.

Das bleib ich lieber mit nem guten Buch zuhause und höre Kid Loco.

Kid Loco – Here Come The Munchies


28
Nov 09

“Android ist ein Hype”

Genau Herr Vanjoki. Apple ist auch ein Hype und China sowieso.

Auch auf Nokias Chefetage trifft zu: Wer seine Gegner nicht kennt, kann auch nicht gewinnen.

Mir recht – Nokia war mir schon immer suspekt.


24
Nov 09

7.5M $?

wikimedia_aufruf

Das mag subjektiv sein, aber der Spendenaufruf von Wikimedia mit dem Ziel 7.5M $ erscheint mir recht viel. Mit hohen Zielen kommt man bekanntlicherweise weiter als mit niedrigen, dachte ich mir. Bei der letzten Spendenaktion, die meiner Meinung nach gar nicht so lange zurück liegt, lag das Ziel noch irgendwo bei 3.5M – 4M $. Das war auch der erste Spendenaufruf, den ich auf Wikipedia gesehen habe, also habe ich mich gerne mit 30€ beteiligt.

Das hohe Ziel und der kurze Abstand zum letzten Aufruf sind mir irgendwie suspekt und motivieren mich nicht gerade wieder zu spenden. Im FAQ steht, das Wikimedia fast 10M $ jährlich braucht. Im Jahresbericht liest man, das sich die Betriebskosten zum Vorjahr um 53% erhöht haben (zum Geschäftsjahr 2007-2008 verdreifacht). Die Besucherzahl hat sich im letzten Jahr laut anderer Quellen um 20% erhöht, was auch proportional zu den Kosten fürs Internethosting ist (siehe Tabelle).

Irgendwie fehlt ein bisschen Transparenz, warum die Kosten so explodieren. Andererseits wird die Organisation schon immer umfangreicher. Fragt sich nur, ob das notwendig ist. Momentan würde ich nicht schon wieder was spenden wollen.

Spenden kann man übrigens einmal an Wikimedia und an den nationalen Wikimedia Verein in Deutschland. Die deutsche Niederlassung wird momentan massiv kritisiert (Stellungnahme), wegen ihrer Sinnhaftigkeit. Ausserdem wird allerorts bemängelt, das viele Artikel der deutschen Wikipedia gelöscht werden bzw. gar nicht erst reinkommen.

wikimedia_diagram

wikimedia_table


24
Nov 09

Ein Plädoyer für die Datenkrake

Schon lange wird sich permanent in den Medien über die Datenkrake Google beschwert. Seit einem Jahr schimpft insbesondere Medien-Mogul Rupert Murdoch auf den News Dienst von Google. Murdoch leitet News Corp. wozu neben MySpace und Jamba! viele etablierte Zeitungen von regional bis international gehören (Sun, Times, Herald).

Spiegel Online berichtet regelmäßig über Murdochs Drohungen und Sticheleien gegen Google. Sein Problem ist, das News Crops Umsätze bröckeln und er die Schuld an der falschen Stelle sucht.  Wie auch immer, ich drifte ab, anderes Thema. :)

In den SPON Foren zu den Google Arikeln beschwert sich der Großteil der Leser ebenfalls über die Datenkrake: “Arbeit von Dritten missbrauchen”, “Pest und Cholera”, “Nutzt die User nur als Datenlieferanten aus”, “Geldgetrieben”… Die Beschwerden sind aus verschiedenen Gründen völlig unangebracht.

1. Zum Nutzen der User: Googles Produkte erleichtern mein tägliches leben und arbeiten so massiv, das ich es überhaupt nicht in € oder Stunden ausdrücken kann. Ich profitiere rund um die Uhr davon, das Google so viel über mich weiß. Ausserdem ist es ein riesen Vorteil die ganzen Produkte vom selben Anbieter zu bekommen, weil sich alles nahtlos integriert. Nebenbei hat Google offene Schnittstellen zu allen Diensten die ich im Internet sonst so nutze (Flickr, Facebook, you name it), was einem selbstgefälligem Monopolisten nicht sehr nahe kommt (siehe Apple). Ich nutze es  umsonst. nuff said.

2. Missbrauch betreiben andere: Google ist die erste große Institution die versteht, wie man mit personenbezogenen Daten umzugehen hat. Es gibt kaum eine Regierung oder großes Industrie- / Dienstleistungsunternehmen ohne Datenskandal. Ob das bewusster Missbrauch von Kundendaten (Paycheck) oder internen Daten gegen eigene Mitarbeiter (Bahn, Lidl, you name it) ist oder eine der vielen “Datenpannen” (Kreditinstitute, …) ist die mit unseren Daten fast täglich passieren. Die Beispiele sind unendlich: Mobilfunkanbieter, Regierungen, Kaufhäuser, Internetanbieter, Soziale Netzwerke, Microsoft, AWD, Krankenkassen, …….. Die pure Inkompetenz wenn es um sensible Daten angeht. Nur ein Unternehmen wird sich in die Liste nie einreihen.

3. Von einander Abhängig: Googles Nutzer sind sich wesentlich bewusster, was sie dort preisgeben, als Konsumenten von anderen Firmen, nicht zuletzt, weil Google diesbezüglich permanent in der Kritik steht. Für einen Missbrauch würden sie Google hart bestrafen und der Konzern wäre schneller broke als Enron oder Lehman & Brothers. Das System beruht auf und funktioniert nur durch gegenseitiges Vertrauen.

Ein Grundrauschen an Kritik ist aber weiterhin absolut legitim, notwendig und förderlich, um Google der vernünftige Nutzung unserer Daten zu ermahnen und daran zu erinnern, dass wir sehr wohl darauf achtgeben.

Ich weiss meine personenbezogenen Daten jedenfalls lieber bei Google als irgendwo anders – sogar lieber, als auf meinem eigenen PC. Sobald Google das Hosting Angebot nicht mehr auf Bilder für Picasa beschränkt, lade ich alles in die Cloud.


22
Nov 09

Hanf Jeans

Toll. In good old germania wird Hanf angebaut. Bei Paderborn. Unglaublich viel. Aber anscheinend mit wenig THC oder so. Jedenfalls nicht zum rauchen geeignet, dafür aber zum Klamotten herstellen aus den Hanffasern. Jeans zum Beispiel.

Die Hanf Jeans sind sogar beständiger als Baumwolljeans und der Tragekomfort von dem Hanf ist auch cooler, weil Schweiss besser aufgenommen wird. Außerdem braucht Hanf quasi null Pestizide und weniger Wasser als Baumwolle. Also auf allen Ebenen überlegen. Trotzdem gibt leider kaum Hanfhosen bzw. Nachfrage von uns.

Alternativ ist Bio-Baumwolle auch nicht schlecht. Für coole Klamotten siehe z.b. Kuyichi oder viele andere Labels.

Das ganze habe ich eben in der Quarks & Co Ausgabe vom 17.11. gesehen.

Es ging noch u.a. noch um Thunfisch ebenfalls nicht so geil aus ökologischer Sicht ist. Für 1kg Thunfisch werden 20kg andere genießbare Fische verfüttert. Ausrottung, Antibotika, usw… alles nich so toll.

Besser ist Claresse. Der neue Zucht- bzw. “Designfisch” braucht angeblich nur 700g vegetarisches Futter für 1kg Fleisch (er lebt 3 Monate). Die Agrargenies aus Holland haben sich das mal wieder ausgedacht. Infos hier oder in der Quarks & Co Ausgabe.


21
Nov 09

Harter tOBAK

Fehldiagnose: Komapatient war 23 Jahre bei Bewusstsein – SPIEGEL ONLINE.

Kann mir kaum was schlimmeres vorstellen.